RailWatch - Livebetrieb für Wayside Güterwagen-Monitoring erfolgreich gestartet

Bonn/Bremerhaven, Februar 2018 // Bonner Startup-Unternehmen nimmt in Bremerhaven erste Anlage in Betrieb. Partner VTG bestätigt mit Werkstattüberprüfung Validität der gelieferten Daten.

Mit Beginn des neuen Jahres hat das Bonner Startup-Unternehmen RailWatch gemeinsam mit dem Bremer Senat und dem Partner VTG in Bremerhaven die erste Multi-Messstation seines Wayside Monitoring-Systems für Güterzüge in Betrieb genommen. Die Anlage wurde in der Einfahrt zum Hafenterminal installiert und liefert seit dem 3. Januar Daten. Partner VTG unterstützt – gemeinsam mit einem Kunden – den Livebetrieb und validiert die Messergebnisse durch Mehrfachmessungen und Werkstattprüfungen. Ein erster Abgleich bestätigt den Daten eine hohe Konsistenz und Genauigkeit, die ständig weiterentwickelt wird.

Michael Breuer, geschäftsführender Gesellschafter von RailWatch, sieht in dem Roll-out einen wichtigen Meilenstein: „Seit der Aufnahme unserer Geschäftsstätigkeit im September 2015 und nach Monaten der Planung, Installation, Kalibrierung und Zertifizierung unserer Messsysteme liefern wir nun erstmals Live-Daten an unsere Kunden. Das ist ein historischer Schritt für RailWatch.“  

„Mit unseren Daten wissen Güterwagenhalter, Eisenbahnverkehrsunternehmen und Schienennetzbetreiber künftig stets genau, in welchem technischen Zustand die Fahrzeuge sind und wann sie voraussichtlich in die Werkstatt müssen. Ja, wir gehen noch einen Schritt weiter: In nicht allzu ferner Zukunft werden die Fahrzeuge mit Hilfe unserer Verschleißanalysen und Instandhaltungsempfehlungen in der Lage sein, selbstständig mit den Instandhaltungsbetrieben zu kommunizieren und automatisch zur Inspektion, Wartung oder Reparatur einzuchecken, so wie LKW dies heute bereits tun. Das wird den Schienengüterverkehr planbarer, zuverlässiger und effizienter machen“, so Breuer weiter.

Standort Bremerhaven
Der Standort für die erste Messstation ist nicht zufällig gewählt: Die Bremer Häfen sind der viertgrößte Containerhafen und größter Automobil-Umschlagplatz Europas. Der überwiegende Teil des Güterverkehrs zum und aus dem Hinterland läuft über das 183 km lange Schienennetz der Bremischen Hafeneisenbahn. Woche für Woche rollen hier derzeit rund 600 Züge über die Gleise, wovon rund 55 Prozent mit Containern und rund 40 Prozent mit Automobilen beladen sind.  

Der zuständige Bremer Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Martin Günthner, unterstützt die Einrichtung der ersten RailWatch-Messstation in Bremerhaven:  

„Wir gehen davon aus, dass der Güterverkehr in den Bremer Häfen und im Schienennetz der Bremischen Hafeneisenbahn in den kommenden Jahren weiter erheblich zunehmen wird. Darauf wollen wir uns rechtzeitig vorbereiten. Dazu gehört auch die Weiterentwicklung der Digitalisierung der Hafeneisenbahn. Die Verkehrsdaten, die RailWatch erhebt, könnten uns helfen, die Güterströme auf dem Schienennetz im Hafen zu optimieren und zuverlässiger und sicherer zu machen. Daher freuen wir uns, dass wir zu den ersten gehören, die die Informationen aus dem Monitoring-System nutzen können.“

VTG: Partner und Kunde
Erster Kunde und Partner beim Go-Live der Messstation ist die VTG. Mit über 64.000 Eisenbahngüterwagen verfügt die Unternehmensgruppe über die größte private Waggonflotte Europas. Die Prüfung, Wartung und Instandhaltung ihrer Fahrzeugflotte ist für das Unternehmen von zentraler Bedeutung.  

Dr. Niko Davids, Leiter Digitalisierung der VTG Rail Europe GmbH, erklärt dazu:

„Unser übergeordnetes Ziel ist es, die Schiene im Wettbewerb mit anderen Verkehrsträgern attraktiver und so langfristig zukunftsfähig zu machen. Das gelingt unter anderem dadurch, dass wir die Verfügbarkeit und Logistikfähigkeit unserer Wagen erhöhen und so die Effizienz in der Supply-Chain unserer Kunden verbessern. Datenerhebungen zum Gesundheitszustand unserer Waggons aus Wayside Monitoring-Systemen wie RailWatch können dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Das grundsätzliche Potenzial des Systems liegt auf der Hand, doch bisher fehlt der Proof of Concept. Der Praxisbetrieb muss nun zeigen, wie groß der Nutzen im Tagesgeschäft ist. In die Testphase waren wir sehr frühzeitig eingebunden und konnten so die Perspektive der Halter von großen Flotten einbringen. Für uns ist nicht jede Detailinformation zu jedem Wagen wichtig. Es geht uns – vor allem beim jetzigen Stand der Abdeckung des Systems – vielmehr darum, Eingriffsgrenzen für die Wartungen zu erkennen und Ableitungen für die gesamte Flotte zu treffen.“

Das RailWatch-System
Hochsensible Sensoren und Kameras erheben während der Durchfahrt der Güterzüge automatisch und Rad-genau Informationen über die technischen Zustände von Rädern, Bremsen und Radläufen, identifizieren schadhafte Achslager und Flachstellen, registrieren die Radlasten und dokumentieren den optischen Zustand jedes einzelnen Fahrzeugs. Die Messergebnisse werden über einen Server in einer Cloud zusammengeführt, von der RailWatch-Software ausgewertet und über ein Internetportal an die beauftragenden Unternehmen bereitgestellt. Aus Mehrfachmessungen ermittelt die Software Verschleißtrends und optimale Wartungs- und Instandhaltungszeitpunkte. Langzeit-Informationen werden in einer virtuellen Wagenakte zusammengeführt. In den nächsten sieben Jahren will RailWatch seine Messstationen europaweit ausbauen, vornehmlich in den Einfahrten großer Güterverkehrsterminals.

Bereitstellung der Daten – das Internetportal
Die Informationen stellt RailWatch – jeweils kundenspezifisch aufbereitet – Güterwagenhaltern, Eisenbahnverkehrsunternehmen und Eisenbahninfrastrukturunternehmen auf einer Plattform im Dashboard Format zur Verfügung. Eine moderne Widget-Systematik sorgt für den nötigen Überblick und ermöglicht eine individuelle Anpassung des Dashboards durch das Hinzufügen oder Entfernen einzelner Widgets. Neben Rad-genauen Informationen über den technischen Zustand einzelner Fahrzeuge lässt sich darauf beispielsweise auch der Zustand der gesamten Wagenflotte darstellen. Weitere Programme berechnen Verschleißtrends einzelner Komponenten und geben Ausfallprognosen sowie Empfehlungen für die optimalen Wartungs- und Instandhaltungszeitpunkte. Über eine API-Schnittstelle lassen sich das Informationssystem direkt sowohl in mobile Applikationen und Webseiten als auch in die eigene Unternehmenssoftware wie beispielsweise SAP ERP integrieren.

RailWatch GmbH & Co. KG
RailWatch ist ein Team von erfahrenen Eisenbahnspezialisten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Schienengüterverkehr in die Digitalisierung zu begleiten. Persönlich haftende Gesellschafterin der Kommanditgesellschaft ist die RailWatch Verwaltungs GmbH. Sitz des Unternehmens ist Bonn-Bad Godesberg. Geschäftsführender Gesellschafter ist Michael Breuer.


Kontakt
Nicole Filippczyk
RailWatch GmbH & Co. KG
Schwertberger Str. 14
53177 Bonn-Bad Godesberg
Telefon: +49 (0) 228 33 88 30 30
E-Mail: nicole.filippczyk@rail-watch.com
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